Systemische Sexualtherapie

Die systemische Sexualtherapie wurde um die Jahrtausenwende von Ulrich Clement, psychologischer Psychotherapeut, entwickelt. Sie unterscheidet sich sowohl von der klassischen Sexualtherapie nach Masters und Johnson als auch der des körperorientierten Sexocorporels. Nicht die sexuelle Funktion oder Dysfunktion wird fokussiert, sondern das sexuelle Begehren. Zudem wird Paarsexualität nicht als etwas selbstverständlich Gemeinsames vorausgesetzt, sondern als individuelles Spannungsverhältnis gesehen. Insbesondere wird das Paar in seinem systemischen Kontext verstanden, also in Beziehung zu weiteren Systemen (Arbeitskollegen, Familie, Freundeskreis), in denen es sich bewegt. Die systemische Sexualtherapie nimmt damit eine andere Perspektive im therapeutischen Prozess ein und ist deshalb elementar in der Ausbildung für Sexualtherapeut*innen.